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October 07 2014

Schohns
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June 17 2014

19:25

18 Dinge, die man in Rassismusdiskussionen beachten sollte

Dieser Beitrag stammt im englischen Original von The Frisky und bezieht sich vor allem auf die Situation in den USA. Trotzdem kann man die meisten Aspekte auch auf Europa und andere Teile der Welt übertragen. Person/People of Color oder PoC ist eine Bezeichnung, die für alle “nicht-Weißen” gebraucht werden kann. In den USA sind das meistens Afroamerikaner, während man im deutschsprachigen Raum verstärkt auch Menschen aus dem mittleren Osten als PoC bezeichnet. Diskussionen über Rassismus sollten gesamtheitlich und offen für Menschen aller Hautfarben sein. Allerdings, um es kurz zu machen, fehlt Weißen oftmals die Erfahrung oder spezifische Bildung als rudimentäres Fundament, auf dem man dann eine produktive Diskussion aufbauen könnte. Das ist nicht unbedingt die Schuld der einzelnen Person, aber in den Mainstreamdiskussionen sind Legenden und falsche Informationen weit verbreitet und häufig werden die wichtigen Punkte gar nicht angesprochen. Aus diesem Grund hat sich The Frisky dazu entschieden, diese praktische Liste mit einigen Grundregeln und Informationen zu veröffentlichen, um alle für eine lohnende Diskussion über Rassismus vorzubereiten.

1. Es ist unangenehm, über Rassismus zu sprechen. Es ist noch unangenehmer, damit zu leben.

2. “Farbenblindheit” ist eine faule Ausrede. Die Aussagen “aber ich sehe die Hautfarbe nicht” oder “Mir ist die Farbe immer egal” helfen nicht gegen systematischen Rassismus. Stell dir vor, der einzige Weiße Mensch in einer Gesellschaft zu sein. Dann wirst du Farben bemerken.

3. Oprahs Erfolg bedeutet nicht das Ende des Rassismus. Der einzelne Erfolg einer Person of Color (z.B. Oprah, Tiger Woods oder Barack Obama) ist nie ein gültiges Argument gegen die Existenz von Rassismus. Nach dieser Logik müssten der Erfolg von Frederick Douglas oder Amanda America Dickson im 19ten Jahrhundert Argumente gegen die Existenz der Sklaverei sein.

4. Umgekehrter Rassismus ist Mist, aber Vorurteile nicht. Bis People of Color im Namen ihrer angeblichen “Überlegenheit” die Menschheit dominieren und versklaven, Schönheitsideale auf ihrem eigenen Aussehen gründen, ein System aufbauen, das People of Color systematisch bevorzugt und schließlich so tun, als würde dieses System gar nicht mehr existieren, gibt es keinen umgekehrten Rassismus. Vorurteile sind Teil von uns und haben, trotz negativer Konnotation, die Funktion, die Welt um uns leichter bewerten zu können. Aber wenn Vorurteile als Grundlage für Herrschaftsstrukturen missbraucht werden, ist das etwas anderes.

5. Amerika und die Welt hat rassistische Probleme nicht “hinter sich gelassen”. Vielleicht hast du im Rahmen amerikanischer Geschichte etwas über Sklaverei und Jim Crow gelernt, aber leider wurde dir auch beigebracht, dass Menschen wie Martin Luther King Jr. und Rosa Parks eine 200-jährige Geschichte der Unterdrückung, Diskriminierung und Trennung einfach beendet hätten. Im Geschichtsunterricht wird oft versucht, das Kapitel des Rassismus mit einem positiven Schluss zu beenden. Aber man kann den fortlaufenden, systematischen Rassismus nicht einfach mit “Jetzt sind wir alle gleich” wegignorieren.

6. Suchmaschinen sind deine Freunde. Suche nach Black/White wealth gap, redlining, “White flight”, subprime mortgages and black families, discriminatory sentencing practices, occupational overcrowding, workplace discrimination, employment discrimination, mandatory minimum sentences und in-school segregation, nur für den Anfang. Hier ein paar Highlights:

  • Der mittlere Wohlstandsunterschied zwischen einer Weißen und einer Schwarzen Familie in Amerika beträgt 80.000$ (knapp 60.000€).
  • 1 von 9 Schwarzen Kindern in Amerika hat einen inhaftieren Elternteil, aber nur 1 von 57 Weißen Kindern.
  • Ein Weißer Mann, der schon einmal im Gefängnis saß, hat in Amerika immer noch bessere Aussichten auf einen Job, als ein Schwarzer Mann, der nie im Gefängnis saß.

7. Dann lies noch etwas mehr. Suche nach: Black Wall Street, Sundown towns, eugenics and forced sterilization und Black voting prohibition.

8. Kaufe und lies ein Buch einer Person of Color. Einige Empfehlungen: W.E.B Dubois, James Baldwin, Frederick Douglass, Maya Angelou, Toni Morrison, Ralph Ellison, Alice Walker und Zora Neale Hurston sind ein guter Anfang.

9. Verstehe, dass Abgrenzung noch immer weit verbreitet ist. Geh mal raus und sieh dich in deinem Viertel um. Gibt es dort nur wenige People of Color? Das ist Trennung. (Stichwort: “Redlining”)

  • Wieder zu deiner Nachbarschaft: Werden People of Color verdrängt? Das ist “Gentrifizierung”.
  • Denk an deine Schule und deine Klassen oder Kurse. Waren/sind dort auch nicht sehr viele Minderheiten vertreten? (Stichwort: school segregation/in-school segregation.)

10. Programme und Initiativen, die systematischen Rassismus bekämpfen, sind nicht “Wohltätigkeit”. Wir bezeichnen die 200 Jahre unbezahlter Arbeit der versklavten, Schwarzen Bevölkerung nicht als Wohltätigkeit. Oder das gestohlene Eigentum von Schwarzen während der Jahrzehnte des vom Staat unterstützten Terrorismus? Oder, sagen wir, die ungerechten Praktiken von Banken, die die schwarze Mittelklasse durch Ausschluss fast komplett dezimiert hat? (Stichwort: subprime mortgages and Black families)?

11. Schwarz-gegen-Schwarz-Kriminalität gibt es nicht. Es gibt unzählige Weiße, die Verbrechen gegen Weiße verüben, aber das würde niemand “Weiß-gegen-Weiß-Kriminalität” nennen, nicht auf Schulhöfen und nicht bei Weltkriegen. Warum sollte man Verbrechen von PoC gegen PoC dann gesondert betrachten und anders bezeichnen?

12. Weiße werden in den nächsten 20 Jahren nicht die Minderheit. “Weiße” Amerikaner waren ursprünglich angelsächsische Protestanten. Die Definition von “Weiß” als rassistische Einordnung ist entstanden, um “hellhäutigere” Minderheiten zu bezeichnen, die historisch diskriminiert wurden. Beispiele: italienische und irische Menschen (die in den 1800ern oft als Nigger bezeichnet wurden), jüdische und in den letzten Jahren vor allem hispanische (George Zimmerman) und armenisch Minderheiten. Diese Entwicklungen haben jedoch immer Schwarze ausgeschlossen.

13. Die Hip-Hop-Kultur ist auch nicht kaputter als die Wall-Street-Kultur. Schlimmstenfalls ist kommerzielle “Schwarzenkultur” eine grobe Reflexion der breiten Gesellschaft. Die überzeichnete Darstellung von Drogen, Geld und Frauen wird allen voran von der Wall-Street-Kultur, Politikern und Medienmogulen betrieben und glorifiziert, aber das wird nie auf “die Weißen” bezogen. Die USA geben mehr Geld für Waffen aus als der Rest der Welt zusammen, aber aus irgendeinem Grund soll die “Gewalt” im Hip-Hop besonders schlimm sein.

14. PoC sind wütend über Rassismus und sie haben jedes Recht dazu. Wut ist eine verständliche und angebrachte Reaktion auf Jahre der Ungleichheit und Unsichtbarkeit.

15. Es gibt auch arme Weiße, aber Rassismus und Diskriminierung existieren trotzdem. Die Misere der armen, weißen Bevölkerung im mittleren Westen der USA wird häufig benutzt, um den Vorwurf des Rassismus zu widerlegen oder Diskussionen darüber zu umgehen. Rassistische Politik in den USA hatte nie das Ziel, den Erfolg für alle Weißen zu sichern, sondern die Entrechtung von People of Color zu legalisieren.

16. Stille bringt nichts. Leere Blicke und Mundhalten bringen diese schwierige, aber notwendige Diskussion nicht weiter.

17. Schuldgefühle von Weißen sind zwecklos, aber Handeln von Weißen ist es nicht. Eine der ersten Antworten in der Rassimusdiskussion ist, die Weißen sollen ja nur dazu gebracht werden, sich schuldig zu fühlen. Rassismusdiskussionen sind nicht dazu da, Schuldgefühle zu verursachen. Sie sind dazu da, Menschen dazu zu bringen, etwas gegen Ungerechtigkeit zu tun. Während der Sklaverei und der Menschenrechtsbewegung haben immer Weiße und PoC eine Rolle bei der Gleichberechtigung gespielt und sie tun es auch weiterhin.

18. PoC sind nicht verpflichtet, eine Antwort auf die Frage “Und was machen wir jetzt dagegen?” zu haben. Wobei viele von ihnen trotzdem Antworten haben, aber nicht gehört werden. Die Forderung nach “Reparationszahlungen” in der Form von “Baby Bonds”  ist eine tolle Idee. Genau wie “desegregating our classrooms” und das Schließen der “school-to-prison pipeline”. Diese mutigen Stimmen sprechen sehr laut — es ist an der Zeit zuzuhören.

Übersetzt von CounterPopulism

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June 16 2014

Schohns
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June 15 2014

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June 14 2014

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